Virtuelle ProZ.com Konferenz – ein Bericht (Teil 2)

Leider hat es mein Arbeitsvolumen Ende letzten Jahres nicht gestattet, den zweiten Teil des Vortrages von Paul Urwin zu schreiben. Dies hole ich jetzt gern nach. Nach den im ersten Teil ausgeführten Online-Marketing-Werkzeugen beschrieb Paul Urwin in seinem Vortrag die Möglichkeiten des Offline-Marketings.

Zu diesen zählen zunächst einmal Visitenkarten und Flyer. Visitenkarten dürften eine Selbstverständlichkeit sein, denn bei persönlichen Kontakten mit (Neu-)Kunden stellen sie auf Messen und Veranstaltungen quasi die Gedächtnisstütze für jede Vertiefung von Erstkontakten dar. Flyer hingegen sind nicht unbedingt ein Muss, denn wenn auf der Visitenkarte eine aussagekräftige Webseite genannt wird, kann diese den Flyer durchaus ersetzen.

Analog (im doppelten Sinne…) zur E-Mail-Kampagne kann man direkte Werbung natürlich auch per Post an potenzielle Kunden schicken. Diese Werbebriefe können durch einen Flyer ergänzt werden. Die Ausgaben für eine derartige Aktion liegen wegen der Porto- und Flyerkosten höher als bei einer E-Mail-Kampagne, dennoch kann sie sich lohnen, wenn man es schafft, sich in dem Schreiben oder durch den beigelegten Flyer von den Mitbewerbern abzuheben.

Anschließend erwähnte Paul Urwin die telefonische Kaltakquise, bei der er eine Erfolgsquote von 2 Prozent bei relativ überschaubarem Zeitaufwand nannte. Großartig war übrigens seine Folie hierzu, auf der eine britische Telefonzelle im Schnee zu sehen war. Britischer Humor vom Feinsten! Dennoch, für die Kaltakquise muss man geboren sein – eine hohe Frustrationsschwelle und die Fähigkeit, nach ein paar Absagen genauso freundlich und geduldig weiter zu machen, sind Voraussetzung für ein Gelingen der Aktion.

Insgesamt empfiehlt Paul Urwin ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Online- und Offline-Marketing. Interessant fand ich seinen Hinweis, dass es vor einem Geschäftsabschluss zwischen Anbieter und Interessenten etwa zu sieben Kontakten kommt.

Unschlagbar beim Marketing sind schließlich die Mund-zu-Mund-Propaganda und eine gute Vernetzung, denn es gibt kaum etwas Besseres als eine Empfehlung von einer Person, die schon positive Erfahrungen mit einem Anbieter gemacht hat.

Bei allem, was wir in Sachen Marketing unternehmen, gilt es, unsere Besonderheit sowie unseren Willen und unsere Fähigkeit hervorzuheben, mehr zu leisten als unsere Mitbewerber. Übersetzer gibt es viele – es geht also darum, den potenziellen Kunden durch Alleinstellungsmerkmale davon zu überzeugen, dass gerade ich die richtige Übersetzerin für ihn und seinen speziellen Bedarf an Übersetzungen bin.

Der Vortrag von Paul Urwin war sehr informativ und dabei noch äußerst humorvoll gestaltet. Sollten Sie die Möglichkeit haben, einen Vortrag von ihm zu hören, kann ich nur sagen: Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen!